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Wald-, Wiesen- und Lastenradler. Kassel.

Tour De Forêt 2024 – Worship

Fast schon war der Mai vorbei, als ich mich auf den Weg nach Ermetheis machte. In den Tagen zuvor hatte es unglaublich viel geregnet aber die Streckenverhältnisse deutlich besser als erwartete. Es bleibt dabei: Eine Tour de Forêt Strecke ist immer eine Ausfahrt wert.

Startpunkt war an der Altenbaunaer Straße. Wie schon oft gefahren, am Bahndamm entlang nach Rengershausen. Ich würde aber dabei bleiben und die andere Seite des Bahndamms empfehlen, da gibt es weniger Autos. Gleich nach Rengershausen gab es einen meiner Lieblingswege. Auf feinem Splitt geht es zwischen Werkshallen und A49 hinunter. Kurz hinter Hertingshausen braust ein bekanntes Gesicht an mir vorbei und dann der nächsten Abzweigung ist jemand mit Schlauchwechseln beschäftigt. Da wollten noch mehr den letzten Tag des Monats nutzen. Kurz versuchte ich an Nils dran zu bleiben, aber das ging nicht lange gut. Die Gegend zwischen Baunatal und Edermünde würde ich als wellig und vor allem offen bezeichnen. Und das waren beste Vorraussetzungen für Gegenwind an diesem Tag. Dabei aber immer mit weiten Blicken in Richtung Chattengau.

Nachdem der Track ziemlich hakelig um Besser herumführte ging es langsam mit dem wirklich schönen Teil der Strecke los. Berg auf zum Wald und dann auch schnell auf den Trail der Runde. Super schön und trocken bestimmt auch super zu fahren. Auf dem ersten Teil zwischen Wald und Feld habe ich mich direkt mal ins Graß gelegt. Die Oberfläche war rutschig und durchgehend nach links geneigt. Das Vorderrad rutschte, in klickte mich links aus und dann rutschte auch das Hinterrad weg bevor der rechte Fuß befreit war. Aber keine bleibenden Schäden an Mensch und Maschine. Meine Form war aber trotzdem nicht die Beste. Das zeigte sich natürlich besonders an den Anstiegen. Am Nachmittag und Abend bin ich, zumindest gefühlt, meist zügiger Unterwegs.

Das namengebende Ermetheis war mir bisher unbekannt, die bergauf schlängelnde Hauptstraße dafür umso einprägsamer. Oben angekommen rentierte sich noch mal ein Blick zurück bevor es wieder in den Wald ging. Dort wieder auf einem bekannten Wegstück. Hier war ich bereits einmal auf dem Weg zum Hessenturm vorbeigekommen. Statt links nach Elmshagen führte mich die Strecke diesmal aber gerade aus hinauf zum Vogelrain. Die letzten Meter hinauf zum Hochpunkt der Route waren für mich auch die schönsten. Und natürlich lockte die Abfahrt danach. Zunächst noch recht grob ging es nach der ersten Abzweigung auf feinem Splitt wieder hinunter in Richtung Baunatal. Kurz bevor es aus dem Wald ging noch ein wunderbarer, von Bäumen gerahmter Weitblick über Baunatal. Und da auch die Sonne etwas herauskam war der Übergang vom Wald in die Offenlandschaft tatsächlich fast blendend.

Gedanklich rollte ich da schon wieder nach Hause, aber da Schlug der Track noch einen Hacken. Bis Hoof landschaftlich sehr reizend, etwas getrübt nur durch den Straßenlärm zwischen durch. Hinter Hoof setzte dann bald die Lärmkulisse der A44 ein. Und diese störte mich an diesem Tag enorm. Auch zurück im Wald war die Autobahn so stark präsent. Stiller und angenehmer wurde es erst auf der letzten Schleife der Route. Dort gab es noch einmal Habichtswaldidylle.

Mit An- und Abreise hatte ich am Ende fast 50 km und über 800 Höhenmeter gesammelt. Auch wenn ich dafür drei Stunden unterwegs war, keine schlechtes Ergebnis vor dem Mittagessen. Finde ich zumindest.