Ein neues Jahr, eine neue Radwoche. Und wieder durfte ich meinen Teil zu einem niedrigschwelligen Bikepacking-Angebot beitragen. Ein neues Team, neue Teilnehmer:innen und ein neues Ziel sorgten für neue Bekanntschaften und neue Erlebnisse.
Manches blieb aber auch gleich: Wir trafen uns um 10 Uhr am Science Park. Und die Frage: Wer hat sich da eigentlich so angemeldet? Denn auch die Namen auf der Anmeldeliste waren alle neu. Langsam sammelte sich eine bunte Truppe, einschließlich einer kleinen Überraschung: Unser, mit Anfang 70, ältester Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr war wieder dabei. Wir haben im vergangenen Jahr also scheinbar einen guten Eindruck hinterlassen.
Ziel war diesmal der Jugendzeltplatz Steinbrüche mit der Hubertushütte in der Nähe von Martinhagen. Die Startzeit blieb gleich: 11 Uhr. Wir hatten die Stadt kaum hinter uns gelassen, als ein kleiner Umweg für eine erste Pause am Bühl eingebaut wurde. Für die richtige Mittagspause war es allerdings noch etwas früh, und so ging es weiter nach Burghasungen. An der Bergbühne bzw. auf dem Burgberg genossen wir bei bestem Wetter die Aussicht und unsere Brotzeit. Zu diesem Zeitpunkt war ich im Kopf schon völlig dem Alltag entflohen. Herrlich!









Wie das mit geselligen und pausenfreudigen Gruppen jedoch so ist, drängte die Uhr zur Weiterfahrt. In Wolfhagen war noch eine Versorgungspause am Supermarkt eingeplant. Oder doch ein Eis? Oder gar Kuchen? Die Gruppendynamik arbeitete und so gab es für einige dann ein Eis, während andere sich schon um ein zu spätes Abendessen sorgen machten. Wir teilten uns kurz auf, um uns am Supermarkt wieder zusammenzufinden. Snacks und Getränke für den Abend, ein Abstecher zur Toilette und irgendwann waren auch damit alle durch. Hier hätte eine klare Ansage der Orga-Truppe sicherlich eine halbe Stunde Zeit gespart.
Ab Wolfhagen ging es dann aber in den Endspurt auf die letzten zehn Kilometer. In der langsam tiefer stehenden Sonne erreichten wir die Hubertushütte. Um kurz nach 19 Uhr hing meine Hängematte und gegen 20 Uhr hing der Kochtopf über dem Feuer. Das Rezept für das Essen blieb übrigens auch das gleiche. Und wie gut es schmeckt, wenn es vom offenen Feuer kommt und man den ganzen Tag an der frischen Luft war…










Die Frage am nächsten Morgen war: War es kalt? Mein Wahoo zeigte noch einige Zeit nach dem Aufstehen 3° an. Und fast allen war es etwas kalt in der Nacht. Wirklich allen? Nein! Nur denen, die eine Bedachung über dem Kopf hatten. Oder der wahrscheinlichere Zusammenhang: Alle, die nicht etwa zwei Meter höher im angrenzenden Wald lagen.
Für das Frühstück wurde noch einmal das Lagerfeuer genutzt, um Porridge zu machen. Porridge kann wahnsinnig lecker schmecken, wenn es vom Feuer kommt. Natürlich mit einem Hauch echter Vanille.
Nach dem Zusammenpacken und Aufräumen standen entspannte 40 km für die Rückfahrt auf dem Programm. Mit einer kleinen Splittergruppe machte ich mich jedoch auf direktem Weg zurück nach Kassel. Die familiären Verpflichtungen riefen.





Es hat sich gelohnt, auch in diesem Jahr wieder ein Bikepacking-Angebot zur Radwoche zu organisieren. Neue Bekanntschaften, ein Tag an der frischen Luft und eine Nacht im Wald. Und auch wenn sich alles quasi vor der Haustür abspielte, fühlte es sich wie ein großes Abenteuer und eine wirkliche Flucht aus dem Alltag an.

