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Wald-, Wiesen- und Lastenradler. Kassel.

In der Luft hängen

Der Wind bläst die Wärme des Feuers davon und der Mond scheint durch die kahlen Äste alter Eichen. Es ist Ende Februar in der Nähe von Immenhausen und die Nacht werde ich in meiner Hängematte verbringen. Ein Overnighter.

Die Woche war voll und die Zeit zum Radfahren in diesem Jahr bisher knapp. Zu einer einzigen Tour war ich bisher erst gekommen. Es war also dringend nötig, mal wieder mit dem Rad rauszukommen. Die spontane Ankündigung eines Overnighters kam somit sehr gelegen. Die Anreise von etwa 20 km diesmal einzeln. Bei strahlendem Sonnenschein ging es in den Norden von Kassel. Die drei anderen und auch der Wind waren schon vor mir da. Für meine Hängematte fand ich eine geschützte Stelle und hing (Premiere!) tatsächlich mal zwischen zwei Bäumen. Für das Lagerfeuer gab es diesmal ein Feuernetz. Leicht, kompakt und keine Spuren auf dem Untergrund. Mein kleiner Alutopf mit Couscous-Tasse gesellte sich zu Lachs, Maiskolben, Gemüsepfanne und Bratwurst. Die Anstrengungen der vergangenen Tage und der kalte Wind trieben mich schon früh in die Hängematte und unter das Tarp.

Der Blick zum Mond über den Eichen blieb mir so leider versperrt, aber auch ein nasser Quilt durch den unerwarteten Regen erspart. Zur Morgendämmerung wurde es dann ziemlich kalt. Ich war als erster wach und drehte eine kurze Aufwärmrunde, bevor ich den Esbitkocher für das Porridge anschmiss. Der Radcomputer zeigte -4 °C an.

Als ich mich auf den Rückweg machen wollte, war keine Luft mehr im Vorderreifen. Ursache unklar, aber die perfekte Vorführgelegenheit für Marios elektrische Pumpe. Eigentlich wollte ich zeitig zurück bei der Familie sein, als ich die Rückreise anbrach, war aber trotzdem schon wieder halb zehn. Bei strahlendem Sonnenschein holte mich Mario schon bald ein und konnte noch mehrfach mit der Pumpe aushelfen, bevor ich wieder Zuhause ankam.